Wartung und Pflege der Triebfahrzeuge

Obwohl dieses Thema nicht rein Digital ist, möchte ich einige Sätze dazu aufführen. Im Freundeskreis zu Hause oder bei Ausstellungen mit dem Club kommt immer wieder die Frage auf, wann soll die Pflege am rollenden Material durchgeführt werden? Pflegeintervalle sollen die Funktionssicherheit und Lebensdauer der Triebfahrzeuge erhöhen. Die Fahrzeuge sollen natürlich nicht „kaputtgepflegt“ werden. Auch sollen sie nicht vor lauter Schmutz und fehlenden Schmiermitteln plötzlich stehen bleiben. Zu den verwendeten Schmiermitteln möchte ich keine Ausführungen machen. Jeder schwört auf „sein“ Öl oder Fett. Ein weicher Lappen, weiche Pinsel, Pfeifenreiniger, Glashaarpinsel und eine Lokliege sollten zur Grundausstattung gehören. Ein Satz Uhrmacherschraubendreher und ein kleiner Lötkolben sowie ein digitales Messgerät sind hilfreich für eine schnelle Reparatur. Im folgendem sind hier einige Empfehlungen für Wartungsintervalle aufgeführt! Jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, ob und wie er diese umsetzt!

Gelegenheitsfahrer (ca. 4-8 Wochen Abstand einige Stunden fahren)

Hier sollte 2-3x im Jahr das Fahrzeug gereinigt, geprüft und geölt werden.

Winterfahrer (von Dezember bis Ende März)

Vor Beginn der “Saison“ alles reinigen, prüfen und abölen. Nach ca. 8 Wochen dergleichen noch einmal.

Vielfahrer (jede Woche mehrere Stunden)

In 4-6 Wochen sollte das Fahrzeug einmal den Pflegeintervall durchlaufen. Hilfreich ist bei solchen Anlagen, wenn über einen PC ein Wegstrecken- oder Betriebsstundenzähler für jede Lok vorhanden ist. Nicht jedes Triebfahrzeug hat die gleiche Laufleistung. 35 – 40 Betriebsstunden ist ein guter Wert für Reinigung und um das Öl zu erneuern.

Dauerfahrer / Clubanlagen / Messeausstellungen

Erfahrungsgemäß ist hier sehr viel Publikumsverkehr. Damit ist „Aktion“ auf der Anlage angesagt und die Besucher wirbeln viel Staub auf. Die Laufflächen aller Fahrzeuge (auch der Wagen) sollten nach 2 Tagen angeschaut und nach Bedarf gereinigt werden. Sehr zu empfehlen sind die Radreinigungsanlagen der Fa. LUX Modellbau, (N bis H0) die in die Anlage integriert werden können. Die Filzstreifen reinigen zuverlässig die Laufflächen der Räder.

1x in der Woche sollten die Triebfahrzeuge die pflegenden Hände des Besitzers durchlaufen. Auch hier ist hilfreich, wenn bei solchen Anlagen über einen PC ein Wegstrecken- oder Betriebsstundenzähler für jede Lok vorhanden ist. Nicht jedes Triebfahrzeug hat die gleiche Laufleistung. 30 Betriebsstunden ist ein guter Wert für Reinigung und um das Öl zu erneuern.

Digitalpflege

Die elektronischen Bauteile (Decoder) bedürfen keiner Pflege!

Funktionsstörungen an Triebfahrzeugen

analoge Fahrzeuge

Funktionsstörungen an den Modellbahnlokomotiven können in vielen Varianten und bei vielen Gelegenheiten auftreten. Sie beginnen mit einfachen Unterbrechungen und reichen bis zum komplizierten Getriebeschaden bei dem meist immer das ganze Triebfahrzeug zerlegt werden muss. Bei den Störungen unterscheidet man in mechanische und elektrische Defekte. Mitunter treten beide zu gleich auf, in vielen Fällen beeinflussen sie sich auch gegenseitig. Oft bemerken wir einen Fehler vorerst noch nicht und betreiben das Fahrzeug ahnungslos weiter. Erst wenn es ganz stehen bleibt, nimmt man die Störung wahr.

Fehler an einzeln betriebenen Fahrzeugen (Heimanlagen) erkennt man schneller als bei teil- oder vollautomatisierten Club- oder Schauanlagen. Dort fahren mehrere Triebfahrzeuge gleichzeitig und erschweren damit den Überblick!

In vielen Modellbahnfahrzeugen wird auf Drähte verzichtet. Eine Leiterplatte mit elektronischen Bauteilen übernimmt die Stromführung innerhalb des Triebfahrzeuges. Selten ist hier optisch ein Fehler zu sehen. Messgeräte sind hier zur Fehlersuche unverzichtbar. Nachfolgend ist eine Übersicht mit Störungen und deren Ursachen aufgeführt. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

  • Triebfahrzeug fährt nicht, aber Licht leuchtet
    • Kohlebürsten abgeschliffen
    • Druckfedern an Kohlebürsten ausgeglüht oder verharkt
    • Zuleitung zum Motor unterbrochen
    • Leiterkartendefekt
  • Triebfahrzeug fährt ruckartig:
    • Radschleifer abgenutzt
    • Radschleifer ausgeglüht
    • Radschleifer verschmutzt und verölt
    • Radsätze verschmutzt
    • Draht gebrochen (besonders wenn von 2 Drehgestellen Fahrstrom aufgenommen wird)
    • Kohlebürsten werden schlecht angedrückt / sind verbraucht
    • Kollektor beschädigt
  • Triebfahrzeug zieht schlecht:
    • Radsätze verölt
    • Haftreifen verloren oder verölt
    • beginnender Motordefekt
    • bei Fahrzeugen mit zwei Drehgestellen ist eins mechanisch ausgefallen
    • Antriebsgestell verklemmt im Gleisbogen
    • eine Motorwicklung defekt (bei 5pol. Motor)
  • Triebfahrzeug löst Kurzschluss aus:
    • Glühlampe defekt
    • Radschleifer liegen am Metallrahmen an
    • Motor defektLeiterkartendefekt
    • Ballast oder Gehäuse falsch aufgesetzt
  • Triebfahrzeug erzeugt außergewöhnliches Fahrgeräusch:
    • Ankerwellenlager des Motors nicht geölt
    • Zahnräder abgenutzt
    • Zahnradachsen aus Lager gerissen
    • Metallgetriebeteile nicht geölt

digitalisierte Fahrzeuge

Wenn der analoge Fahrzeugteil in Ordnung ist, dann treten kaum Fehler an Decodern auf. Trotzdem kurz einige Sachen die passiert sind:

  • Stecker an 8pol. Schnittstelle in H0 Lok war gelockert und gab hin und wieder keinen Kontakt. Wurde beim Einbau nicht richtig eingedrückt.
  • Kalte Lötstelle am Anschluss des Decoder vermutlich durch Bewegung beim Reinigen entstanden.
  • Kabelbruch an Decoderlitze.
  • Drahtbruch bei Reinigung Tfz, anschließend Anschluss rot ohne Ausbau an Decoder wieder angelötet. Kleine Lötperle zwischen Anschluss rot und grau. Tfz ließ sich programmieren aber nicht fahren und kein Licht an. Zum Glück war es ein DHL Decoder der Kurzschluss verträgt.
  • Decoder DHL100 in H0 Lok mit Schutzdiode über Motoranschlüsse. Kalte Lötstelle an Diode und nach kurzer Zeit Decoder hinüber.

Beachtet werden sollte, dass der Abrieb von den Kohlebürsten im Motor und zwischen den Kollektorzwischenräumen regelmäßig entfernt wird. Weitere Probleme und mögliche Fehler siehe auch unter Kapitel Decoder!

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